(Foto: GenerationAxe.com)
(Foto: GenerationAxe.com)

Steve Vai organisiert die große Generation Axe-Tour mit vier weiteren großartigen Gitarristen: Yngwie Malmsteen, Tosin Abasi, Zakk Wylde und Nuno Bettencourt. Hier kommen sie zu Wort.

Das große Steve Vai Interview zu Generation Axe und vielen anderen Themen gibt es hier!

Generation Axe, Yngwie Malmsteen: „Egal was wir machen, es wird cool“

von Kevin Owens

Generation Axe Interview: Malmsteen (Foto: Helga Esteb / Shutterstock.com)
Generation Axe Interview: Malmsteen (Foto: Helga Esteb / Shutterstock.com)

Als wir zunächst hörten, dass Yngwie Malmsteen mit auf der „Generation Axe“-Tour von Steve Vai sei, waren wir verwundert. Jeder, der die Karriere des Classical-Shred-Gottes verfolgt hat, weiß um die berüchtigten Geschichten des Schweden bezüglich seiner fragwürdigen Einstellung, seines Verhaltens auf und fernab der Bühne, und sein Zusammenspiel mit anderen. Wie könnte das also nur funktionieren?

Aber das, was war, ist nicht unbedingt das, was jetzt ist. In den letzten Jahren hat sich Malmsteen zu einem „Vorzeigebürger“ entwickelt, der vermehrt Zeit und Energie in sein Handwerk, seine Kompositionen und seine Karriere steckt. Heutzutage baut Malmsteen Brücken, statt sie einzureißen, und er bringt seine unnachahmlichen Shred-Künste den Leuten näher.

Was hat dich an diesem Projekt gereizt?

Jeder, der dabei ist, ist sehr gut. Steve und ich kannten uns schon lange, wir sind wie Brüder. Wir haben vor ungefähr einem Monat einen „Guitar Gods“-Gig gemacht, den meine Frau für ihre Stiftung organisiert hat [die April Malmsteen Foundation setzt sich für weltweit gefährdete Tierarten und deren Lebensräume ein], und es war super.

Natürlich kenne ich Zakk auch schon sehr lange, und er ist toll. Mit Nuno habe ich nur einmal gejammt, aber auch er ist begnadet. Und Tosin’s Zeug habe ich zum ersten Mal auf der NAMM-Show im Januar gehört, das ist echt verrückt. Es wird eine echt merkwürdige Kombination aus tollen Kram. Es wird cool und anders.

Auf der Bühne gibt es neben dir vier Gitarristen und es wird eine lange Tour. Machst du dir da Gedanken, ob alles funktioniert?

Jeder ist schon lange im Geschäft dabei, und jeder kennt den Deal, also mache ich mir da keine Gedanken drum.

Ist dieses eher „demokratische“ Modell eine Herausforderung für dich, wo du es doch gewöhnt bist, Headliner zu sein?

Ich denke nicht, dass es direkt einen Headliner geben wird. Es ist immer noch ein bisschen in der Schwebe, was wir genau machen werden, aber wahrscheinlich machen wir unsere eigenen Sets, und dann spielen alle zusammen. Steve und ich haben hin und her überlegt – er war auf Tour, ich war auf Tour, er war im Studio, ich war im Studio – wie wir das genau planen.

Wir spielen die Songs von den anderen, dann noch ein paar Klassiker von anderen, und wir spielen unser eigenes Material. Das ist aber noch nicht in Stein gemeißelt. Egal was wir machen, es wird cool.

Also habt ihr noch nicht geprobt?

Noch nicht. Wir werden wahrscheinlich drei, vier Tage zum Proben haben, und dann geht’s los.

Wirst du die Chance haben, deine eigenen Songs zu spielen?

In meinem Set werde ich wahrscheinlich das spielen, was die Leute erwarten würden – den alten Kram, und vielleicht auch etwas Neues. Ich habe gerade erst ein neues Album veröffentlicht. Ich habe zwei Jahre daran gearbeitet und bin sehr glücklich damit. Und ich spiele es auch nicht an jedem Abend genau gleich. Kommst du an zwei verschiedenen Abenden, hörst du zwei verschiedene Dinge von mir.

Was für Gear willst du mitnehmen?

Wahrscheinlich ’ne Tonne an Marshalls und Strats – den Kram, den ich schon immer benutzt habe. Ich spiele mein Rig jetzt schon sehr lange. Wenn Marshall drauf steht, ist es klasse. Sie haben mir meinen tollen Marshall YJM100 gefertigt, also nehme ich ein paar davon mit.

Auf der letzten Tour nahm ich ungefähr 40 Topteile und 20 Boxen mit. Wir werden sehen, wie viele dieses Mal mitkommen. Ein altes Sprichwort besagt, dass man nur zwei von Menschenhand erschaffene Dinge aus dem Weltraum sehen kann: Die Chinesische Mauer und die Marshall-Wand von Yngwie Malmsteen!

Generation Axe, Nuno Bettencourt: „Du musst dein Bestes geben, denn du bist umgeben von Giganten“

von Matt Blackett

Generation Axe Interview: Nuno Bettencourt (Foto: Public Domain)
Generation Axe Interview: Nuno Bettencourt (Foto: Public Domain)

Wenn man auf der Suche nach Gitarrenhelden (nach Van Halen) ist, dann steckt Nuno Bettencourt auf der kurzen Liste an Gitarristen, die wahnsinnige Licks zusammen mit Groove, Melodien, Songwriting und Finesse verbinden können. Durch die Arbeit mit Extreme hat Bettencourt nicht nur weltweit Fans, sondern er wird auch von seinen großen Vorbildern Brian May und Paul McCartney bewundert und respektiert. Dadurch wurde Herr Steve Vai auf ihn aufmerksam, der ihm einen Spot bei Generation Axe gibt.

Wie kamst du zu dieser aktuellen Tour, und was war deine erste Reaktion?

Steve Vai persönlich hat mich kontaktiert. Wir hatten schon immer darüber geredet, etwas zusammen zu machen, und früher war ich mal für G3 eingeplant. Aber ich fand, dass ich dafür nicht der Richtige war. Ich bewundere Gitarristen, die Instrumentalalben machen können, die so viel zu sagen haben. Aber auch wenn ich das Gitarrenspiel und die Soli liebe (und auch Instrumentals), bin ich doch verrückt nach Songwriting, nach Melodien und Texten.

Als wir dann über Generation Axe redeten, meinten wir wie cool es wäre, wenn ein paar Gitarristen „vereinigt“ spielen, und nicht nur ihr eigenes Ding machten. Das mochte ich.

So wie ich es verstehe, habt ihr Klassiker für fünf Gitarren arrangiert.

Wir überlegen, die Show direkt mit einem Knaller zu beginnen, indem wir zusammen besondere Cover spielen. Steve versuchte Songs zu finden, wo der Größte so ein bisschen im Rampenlicht steht, also gibt es dann Songs, die eher mich featuren, einen eher für Yngwie, für Tosin und so weiter.

Musst du klanglich gesehen irgendwas anders machen, um mit vier Gitarristen spielen zu können?

Normalerweise würde in so einem Song jeder seinen Sound etwas ändern. Aber das Schöne an diesem Ding ist ja, das wir das nicht machen werden. Ich denke die Idee ist, dass wir uns einfach mit unseren Händen und Fingern anpassen, wenn wir „Highway Star“ oder „Frankenstein“ spielen. Es geht also nicht darum, den Amp oder die Pedale einzustellen, sondern eher wie wir spielen. Das wird sehr aufregend sein.

Wenn du das sagst, glaube ich dir das sofort. Ich werde keine Namen nennen, aber es gibt andere Gitarristen, die vielleicht nicht so bereit sind, ihren Sound, ihre Technik oder ihr Spiel zu ändern, egal, mit wem sie zusammenspielen…

Hey! Red‘ nicht so über Yngwie [lacht].

Trotzdem: Es muss doch eine Art „freundschaftlichen Wettbewerb“ zwischen euch geben.

Es ist freundschaftlich. Wir ziehen alle an einem Strang, das macht es so besonders. Es ist natürlich immer noch ein Wettbewerb, aber auf eine gute Art und Weise. Wir wissen alle, tief in uns drinnen, dass wir uns behaupten müssen. Wir können alle unser Set spielen, wir haben also alle die Chance, zu sagen was wir wollen. Aber ich kann mir nicht helfen und denke „Oh Mann, direkt da vorne steht Tosin!“

Das verpasst dir einen kleinen Tritt in den Hintern und pusht dich so. Du musst dein Bestes geben, denn du bist umgeben von Giganten. Fans werden sich denken „Okay, gucken wir mal, was du so drauf hast. Ich habe gerade Tosin, oder Zakk, oder Vai gesehen. Jetzt will ich sehen, was du kannst.“ Das wird sehr interessant werden.

Generation Axe Interview, Teil 2: Zakk Wylde und Tosin Abasi!