Ritchie Blackmore Interview (Bild: GuitarPlayer)

Einflussreich, eine Ikone und dennoch etwas unbeachtet: Im Ritchie Blackmore Interview redet der Deep Purple-Gitarrist über große Erfolge und seine Gitarrentechnik.

Einige Engländer aus den 60ern werden mittlerweile zurecht als die „großartigste Generation“ der Rockgitarre angesehen. Eric Clapton, Jimmy Page und Jeff Beck dienen immer wieder als Beispiele und Vorbilder für die Legionen nachfolgender Gitarristen. Eine spätere und noch virtuosere Generation an Gitarristen – zu der Eddie Van Halen, Steve Vai, Joe Satriani, Brian May, Steve Lukather und Yngwie Malmsteen gehören – die die Rockgitarre zu schwindelerregenden Höhen brachten, von denen die früheren Meister kaum zu träumen wagten, nennen dabei alle einen ganz bestimmten Namen: Ritchie Blackmore.

Blackmore war der ursprüngliche Zauberer der Gitarre, der mühelos flüssige Arpeggios, klassische Kadenzen und erstaunliche technische Schnörkel in eine Musik einfügte, die ein bis dahin beinahe ausschließlich Blues-basiertes Idiom war. Blackmore ebnete den Weg für die kommenden Gitarristen. Ob in den Besetzungen von Deep Purple oder den vielen Varianten von Rainbow, er kreierte und behielt eine einzigartige und sofort erkennbare Stimme auf der elektrischen Gitarre.

Von „Black Night“ zu „Highway Star“ zu „Lazy“ und sogar „Smoke on the Water“, Blackmore setzte einen Standard an Virtuosität, der die nächsten, großartigen Gitarristen zu höheren Leistungen antrieb, die sie ansonsten vielleicht nicht erreicht hätten.

Ritchie Blackmore Interview: Andere Ideen

Nachdem er sich seinen Status als „guitarist’s guitarist“ verdient hatte, hätte Blackmore leicht weiter in die selbe Richtung weiter arbeiten können, aber er hatte wohl andere Ideen. 1997 mottete er seine Stratocasters und Marshalls ein und sprang kopfüber in die Musik des Mittelalters und der Renaissance.

Auf der Suche nach einer authentischen Stimme und einem musikalischen Stil, der „seine Seele berührte“, tauchte Blackmore ein in eine Welt von Krummhörnern, Gamben, Barockposaunen und Schalmeien.

Er ließ sich von Tielman Susato, Michael Praetorius und anderen uralten Koryphäen beeinflussen. Und mit seiner Partnerin (jetzt Ehefrau) Candice Night baute er eine neue Band namens Blackmore’s Night auf, die mittlerweile sieben Alben veröffentlicht und ausgiebig getourt hat. Dies geschah vor allem in Europa, da Blackmore eine Neigung dazu hat, in antiken bzw. mittelalterlichen Orten zu spielen.

Ritchie Blackmore Interview – Hier der Song „Will O‘ The Wisp“ vom „All Our Yesterdays“-Album:

Aber egal, was für ein Stil Blackmore nutzte: der Fokus lag immer auf der Gitarre. Vielleicht hat man noch nie von Songs wie „Possum to Prague“, „Spanish Nights“ oder „Morning star“ gehört; wenn man aber ein Fan von Blackmore’s früheren Werken ist, sollte man sie sich durchaus einmal anhören. Sie sind genauso virtuos wie seine älteren Vollgas-Exkursionen auf der Gitarre. Seine eher beschaulichen Kreationen sprechen leise und eloquent ebenfalls für sich.

Die Kritiken haben sich nicht gerade mit Lob überschlagen, aber Ritchie, der immer kontrovers war, folgte seiner Muse, ohne auf die Kritiker zu hören.

Ritchie Blackmore Interview: Back to the Roots

Nach zwei Jahrzehnten, und mit derselben Gleichgültigkeit für das, was andere denken, entschied sich Ritchie noch einmal seine Stratocaster und die Marshall- (oder möglicherweise Engl-) Amps auszupacken und seine Hard Rock-Wurzeln noch einmal zu besuchen.

Rainbow spielen wieder zusammen, aber anstelle eines Lineups voll grauhaariger Veteranen wird in dieser Band ein neuer Sänger namens Ronnie Romero vorgestellt. Weiterhin gehören Keyboarder Jens Johansson (der bereits mit Blackmore’s Night aufnahm), sowie Bassist Bob Curiano und Drummer David Keith, die beide zur derzeitigen BN-Rhythmusgruppe gehören, dazu.

Noch einmal, und so wie man es von ihm kennt, hat einer der schillerndsten Gitarristen jegliche Bedenken in den Wind geschlagen, um sich vorwärts ins Unbekannte zu bewegen. Bravo, Blackmore!

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