Fender The Edge Stratocaster im Test

Der U2-Gitarrist The Edge hat ein eigenes Signature-Modell bekommen. Im Fender The Edge Strat Test checken wir die Strat für rund 1.600,- Euro.

Obwohl sie nicht ganz so bekannt ist wie zum Beispiel die Hendrix-Strat oder das Modell von Stevie Ray Vaughn, ist die ’73er Black-on-Black Strat von U2-Gitarrist The Edge doch eine sehr ikonische Klampfe.

Man könnte davon ausgehen, dass ein Signature-Modell von The Edge dann auch auf diesem ’73er-Exemplar basiert. Dem ist jedoch nicht so, denn die Fender The Edge Strat hat außer einer ähnlichen Kopfplatte nur wenig Ähnlichkeit mit dem großen Bruder. Da Mr. Edge sein Signature-Instrument angeblich auch selbst spielt, ist er vielleicht eher an der Gegenwart interessiert? Immerhin hat er ja auch noch das alte ’73er-Modell.

Fender The Edge Strat Test: Features

Was auch immer der Fall sein mag, eines ist sicher: Das ist eine verdammt schöne Gitarre! Der leichtgewichtige Erlenkorpus mit modern C-Halsprofil sorgen für leichten Zugang auf dem gesamten Griffbrett. Das gesamte Instrument fühlt sich gut gebaut an und ist perfekt ausbalanciert, wenn man es umgehängt hat. Dazu kommt dann die Optik von klassischem schwarz, den „Aged White“-Reglern, die Nickel- und Chrom-Hardware und natürlich die schwarzen Punkt-Inlays. Voilà, fertig ist die Schönheit.

Der Hals ist übrigens aus einem ganzen Stück Ahorn gefertigt und hat ein Urethan-Finish, was für ein sehr sanftes Spielgefühl sorgt. Das 25,5“-Griffbrett hat einen Radius von 9,5“ und ist mit 21 mittelgroßen Bünden ausgestattet. Der Sattel besteht aus synthetischem Knochen. Als Tremolo gibt es ein synchronisiertes 2-Punkt-Tremolo mit Pop-in Arm, das nicht nur stabil, sondern auch sehr präzise ist. Damit konnte ich bequem den Pitch nach unten oder oben korrigieren. Auch bei extremen Tremolo-Abenteuern verstimmte sich die Gitarre so gut wie nie.

Hier gibt’s eine kleine Mini-Doku von Fender über und mit The Edge:

Fender The Edge Strat Test: Sound

Am Steg sitzt ein DiMarzio FS-1, dazu gesellen sich zwei Fender Custom Stagger Fat 50 Single Coils (deren Polschuhe aber nicht versetzt, also gestaggert sind). Ich bin nicht der Experte, was klangliche Unterschiede zwischen den staggered- und nicht-gestaggerten Polschuhen angeht, ABER die Sounds dieser Pickup-Kombinationen sind der Wahnsinn.

Alle Pickup-Sounds klingen groß, detailliert und definiert – egal ob man sie zusammen oder einzeln nutzt. Wenn man mit dem zweiten Tone-Regler sowohl Steg- als auch den mittleren Pickup einstellt, vergrößert das die klangliche Flexbilität nochmals (obwohl der Poti noch etwas Schmierung nötigt gehabt hätte).

Fender The Edge Strat Test: Fazit

Ich kann ohne Übertreibung sagen, dass die Fender The Edge Stratocaster eine der bestklingendsten neuen Strats ist, die ich jemals gehört habe.

Neben dem tollen Look, der Spielbarkeit und dem überzeugenden Sound geht von der The Edge Strat auch einfach eine gewisse Inspiration aus, und es macht einfach Spaß, sie zu spielen. Das klassische Tweed-Case, dass im Lieferumfang ebenfalls enthalten ist, ist da nur noch das letzte, tolle Sahnehäubchen.

Fender The Edge Strat Test: die Features auf einen Blick

  • Erle-Korpus
  • Ahorn-Hals (Quartersawn)
  • Modern C Halsprofil
  • Ahorn-Griffbrett (9,5″ Radius)
  • 21 Medium-Jumbo-Bünde
  • Mensur: 648 mm
  • Sattelbreite: 42,8 mm
  • Tonabnehmer: 2 x Fender Custom Stagger Fat ’50s (Mitte, Hals), DiMarzio FS-1 (Steg)
  • Steg: 2-Point Deluxe Synchronized Tremolo mit Pop-In Arm
  • 5-Wege-Elektronik
  • Regler: 1 x Volume, 2 x Tone
  • Deluxe-Mechaniken (geschlossen)
  • Chrom-Hardware
  • Schwarzes Finish
  • mit original Fender Tweed Case

 

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