PRS CE 24 im Test

Wenige Modelle von PRS waren so beliebt wie die CE 24. Nach acht langen Jahren ist sie nun wieder erhältlich. Im PRS CE 24 Test klären wir, ob sie auch in 2016 überzeugen kann.

PRS baut, wie viele andere der großen Gitarrenhersteller auch, verschiedene Modelle in unterschiedlichen Preisklassen, und zwar sowohl in den USA als auch in anderen Ländern (zu der Frage, wie PRS an den Bau neuer Gitarren herangeht, hat musikerplus.de Paul Reed Smith interviewt: Klick!).

Rückblickend ist die CE 24 mit dem geschraubten Hals eins der beliebtesten Modelle von PRS. Nachdem sie 1988 erstmals veröffentlicht wurde, war sie 20 Jahre lang –  bis 2008 – erhältlich. Von den Features und dem Preis-/Leistungsverhältnis her konnte man sie am ehesten zwischen den S2-Modellen und Gitarren wie der Custom 24 einordnen; insgesamt ein echtes „Arbeitspferd“, das nicht nur strapazierfähig und verlässlich war, sondern auch die Spielbarkeit, die Optik und den Sound der höherwertigen PRS-Modelle besaß.

Jetzt, nach acht Jahren, ist die PRS CE 24 also wieder erhältlich – mit ein paar Änderungen und Updates. Dann spielen wir mal los!

PRS CE 24 Test – Die Optik

Die PRS CE 24 ist ein Double Cut-Modell und wird in Stevensville, Maryland hergestellt. Der Mahagoni-Korpus wird von einer toll aussehenden Ahorn-Schicht gekrönt. Der ganze Korpus ist leicht gekrümmt, sodass die Gitarre außergewöhnlich gut in der Hand liegt.

PRS CE 24 Test: Der Ahorn ist leicht erkennbar - très chic!
PRS CE 24 Test: Der Ahorn ist leicht erkennbar – très chic!

Das Double Cutaway-Design ist sehr elegant und erinnert sofort an die Form der Custom 24. Insgesamt ist sie aber ein wenig „dünner“ gestaltet. Auch sind die Konturen an den Hörnern ein wenig anders.

Erhältlich ist die CE 24 in einigen Finishes, darunter Ruby, Amber, Trampas Green, Vintage- und Dark Cherry Sunburst, Grey Black, Whale Blue und McCarty Tobacco. Wir hatten die Gitarre im Dark Cherry Sunburst-Finish bei uns – ein echter Augenschmaus. Die Kanten rund um die Ahorn-Decke sind dabei in natürlicher Optik gehalten.

Auf der Rückseite erkennt man, dass die Platten, die die verschiedenen Mechaniken verdecken, nicht im Korpus versenkt sind, sondern stattdessen leicht aufsitzen. Das von PRS selbst designte Vibrato ist zwar non-locking, bietet aber trotzdem eine sehr gute Intonation.

PRS CE 24 Test – Es geht aufwärts

PRS CE 24 Test: Die bekannten Bird-Inlays gibt's auch hier.
PRS CE 24 Test: Die bekannten Bird-Inlays gibt’s auch hier.

Das Griffbrett aus ostindischem Palisander hat insgesamt 24 Bünde. Als Inlays gibt es die bekannten und zeitlosen „Bird“-Inlays. Sie sehen beinahe aus, als wären sie aus Elfenbein gemacht, sind aber natürlich „nur“ aus einem (extra für PRS hergestelltem) Acryl. Die Mensurlänge ist 25“ (635mm) und so ungefähr in der Mitte zwischen einer Strat (25,5“) und einer Les Paul (24,75“) anzusiedeln. Die PRS CE 24 hat dabei ein „Pattern Thin“-Halsprofil. Das ist praktisch identisch mit dem vorherigen „Wide Thin“-Profil. Eine Version mit „Pattern Regular“-Profil gibt es nicht.

Die Intonation als auch die Stimmstabilität ist wirklich außerordentlich gut. Selbst beim Auspacken war die CE 24 praktisch schon studiobereit, und auch nach längerem Spielen (inklusive Bendings, Vibratonutzung und so weiter) weigerte sie sich beständig, sich zu verstimmen. Daumen hoch!

PRS CE 24 Test – Pickups, Schalter, Sound

Die PRS CE 24 hat PRS 85/15-Pickups eingebaut (sowohl in der Brücke als auch im Hals). Das sind wirklich gut klingende Pickups, die die Power eines Humbuckers, gleichzeitig aber auch mehr Reserven im Bass- und Treble-Bereich haben. So entsteht beinahe ein „Hifi“-Sound, der so detailliert und klar ist, dass man immer alle Noten heraushören kann, auch bei viel Verzerrung und in komplexen Akkorden.

Es gibt einen Master Volume- und einen Master Tone-Regler; dazu gesellt sich ein Drei-Wege-Switch für die Pickup-Auswahl. Somit ist man hier übersichtlich, aber vollkommen ausreichend aufgestellt. Der Tone-Control-Regler hat einen Push-/Pull-Switch, mit dem man die Coil Split-Funktion bei beiden Pickups gleichzeitig aktivieren kann, sodass man Single-Coil-Sounds erhält. In diesem Modus wird die Gitarre etwas leiser, aber die Störgeräusche bleiben das glücklicherweise auch.

Im Single Coil-Modus wird aus der CE 24 keine Strat oder eine Tele. Genau wie im Humbucker-Modus klingt die PRS CE 24 einfach ganz eigen – und cool.

PRS CE 24 Test – Fazit

Was erwartet man von einer Gitarre? Manche Instrumente sind so kunstvoll, dass viele diese gar nicht erst aus ihrem Case (das bei der PRS CE 24 übrigens leider nicht dabei ist) hervorholen, geschweige denn auf der Bühne spielen. Trotzdem ist der visuelle Aspekt auf der Bühne (und beim Kauf) nicht zu unterschätzen. Hier punktet die CE 24 auf jeden Fall. Schönheit ist zwar immer subjektiv, mir aber gefällt sie außerordentlich gut.

Die klangliche Flexibilität weiß auch zu überzeugen. Die 85/15 Humbucker bieten einen detaillierten und klaren Klang, die aber auch richtig „schreien“ können, wenn man sie entsprechend spielt. Gleichzeitig gibt es aber auch ansprechende Single Coil-Sounds. Die CE 24 ist unter anderem deswegen sowohl auf der Bühne als auch im Studio zuhause – eben ein echter Alleskönner.

PRS CE 24 Test: Die sehr schön gearbeitete Kopfplatte mit den PRS-Locking-Mechaniken.
PRS CE 24 Test: Die sehr schön gearbeitete Kopfplatte mit den PRS-Locking-Mechaniken.

Wenn man sich mit der CE 24 nicht gut auskennt, wird man als erstes von der angenehmen Ergonomie der Gitarre überrascht sein. Das Spielgefühl kommt einem irgendwie bekannt vor, gleichzeitig aber auch einzigartig und einfach. Insgesamt ist die Gitarre gut zu kontrollieren. Alles fällt einem direkt in die Hände – egal ob es die Regler oder die hohen Bünde sind. Dazu gehört auch das tolle Spielgefühl des Halses. Zwar gibt es die CE 24 nur im „Pattern Thin“-Profil (im Gegensatz zu manchen anderen PRS-Modellen), aber obwohl ich etwas kleinere Hände habe, kam ich doch relativ gut damit zurecht.

Sucht man eine etwas andere Gitarre mit hoher Qualität, klanglicher Vielfalt und einem angenehmen Spielgefühl, die aber auch nicht so teuer ist (aktueller Straßenpreis: ca. 2500€,-), dass man sie niemals spielen würde, sollte man die PRS CE 24 definitiv antesten. Hier hat man eine tolle Mischung aus Optik, Feeling und dem gewissen Etwas. Da fragt man sich wirklich, wieso PRS dieses Modell überhaupt eingestellt hatte?!